Seelisch gesund bleiben in der Coronakrise

Seelisch gesund bleiben in der Coronakrise

Ein bisschen Normalität ist wieder eingekehrt nach den schlimmsten Wochen der weltweiten Pandemie. Doch Masken, Ausgangsbeschränkungen und stellenweise neues Aufflackern von Covid-19 machen klar, dass das Leben sich verändert hat. Das geht auch auf die Seele.

Rund 5,3 Millionen Deutsche litten bereits vor der Krise an Depressionen. Wie in den anderen Ländern auch, haben sich die Zahlen durch die Pandemie verschlechtert. Selbst bislang seelisch gesunde Menschen hat die neue Situation mental zu schaffen gemacht. Dabei gibt es diverse Möglichkeiten, seiner Psyche auch in der Eigenquarantäne oder während der anhaltenden Ungewissheit zu helfen. Wer professionellen Beistand braucht, sollte allerdings nicht zögern, diesen in Anspruch zu nehmen. Depressionen sind eine ernstzunehmende Krankheit.

Lethargie, Traurigkeit und Mangel an Konzentration gehören seit dem Ausbruch der Pandemie für viele Deutsche zu ihrem veränderten Alltag. Heimarbeit oder Kurzarbeit bedeutet für Singles Mangel an persönlichen Kontakten, während Familien sich plötzlich rund um die Uhr zusammengesperrt sahen.

Deshalb ist es wichtig, das Miteinander aufrecht zu erhalten und sich gleichzeitig gegenseitig Freiräume zu geben. Telefonate, Videogespräche und Interaktionen auf sozialen Medien helfen dabei, mental gesund zu bleiben.

Struktur ist ebenfalls angebracht. Sie muss nicht zum Zwangskorsett werden, aber ein Gerüst für den Tag erleichtert das Gefühl der Normalität. Das fängt schon nach dem Aufstehen an. Wer sich richtig anzieht, statt im Pyjama zu bleiben, gibt seinem Kopf das Signal, dass der Alltag begonnen hat. Routinen wie Besprechungen, feste Essenzeiten, aber auch Zeitabschnitte für Hobbys, Ruhe und für Bewegung gehören in die gesunde Tagesplanung. Ein überfrachteter Kalender ist dabei ebenso wenig empfehlenswert wie ein leerer.

Der Wegfall von Besuchen im Sportstudio heißt nicht, dass Fitness außen vor bleiben muss. Wer sich nicht in den Park traut oder aus anderen Gründen bevorzugt drinnen Sport treibt, kann das auch in den eigenen vier Wänden machen. Vor allem Sportarten, die Körper und Geist gleichzeitig trainieren, sind während der Pandemie noch populärer als zuvor geworden. Die Sportmatte braucht nicht viel Platz, aber der Effekt der Übungen kann Muskeln und Seele gleichermaßen entspannen.

Auch Puzzles und Gesellschaftsspiele, die die Konzentration fordern und zugleich Erfolgerlebnisse und Spaßfaktor bieten, haben deutlichen Zuwachs bei den Online-Einkäufen erlebt.

Positive Auswirkungen können auch Veränderungen im Wohnumfeld haben. Die erzwungene Auszeit hat auch zeitliche Freiräume geschaffen, die sonst in der Alltagshektik kaum zu finden waren. Der überfüllte Kleiderschrank, der endlich ausgemistet werden kann, das Zimmer, das neu gestrichen wird, der tägliche Spaziergang, der immer wieder wegen Zeitmangels verschoben wurde, das alles kann das Wohlgefühl heben. Wer sich überwiegend daheim aufhält, sollte dieses Zuhause so gestalten, dass es das Stressniveau senkt statt neuen Frust zu produzieren.

Büchlein von mir:
Büchlein von mir:
Büchlein von mir:

Ein Journal, in dem täglich Gedanken und Erlebnisse festgehalten und gezielt auch Gründe fürs Dankbarsein notiert werden, kann helfen, die Perspektive zu wahren oder Abstand zu finden. Selbst wenn es nur der Nachbar ist, mit dem ein Winken ausgetauscht wurde, oder die Blumen, die auf der Fensterbank oder dem Balkon die Köpfe öffnen: Auch das sind Momente, die ein Lächeln hervorbringen können und ein Gefühl der Normalität fördern. Vor allem aber helfen sie dabei, dass aus der Eigenisolation keine seelische Einsamkeit wird.

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