Johann Gutenberg – Keiner kann lesen, ich drucke Bücher

Johann Gutenberg – Keiner kann lesen, ich drucke Bücher

Heute nehme ich dich mit auf eine kleinen Reise ins Mittelalter. Ich möchte von einem Mann erzählen, den man als Steve Jobs der Renaissance bezeichnen kann. Er hat seinerzeit etwas so Weltveränderndes erfunden, dass er einer der größten Erfinder aller Zeiten ist.

 

Der Mann, von dem ich hier erzähle, ist Johann Gutenberg. Alle wissen, dass er den Buchdruck erfunden hat, das ist klar. Doch wer war er als Mensch, und wie hat er seine Vision durchgezogen?

 

 

Wer ist Johann Gutenberg?

 

Also, geboren ist Gutenberg um das Jahr 1400 rum, nämlich in Mainz. Er ist aufgewachsen in einer Patrizier-Familie, also sie waren wohlhabend. Sein Vater war Kaufmann und Handelsherr. Man vermutet, dass er im Bereich Tuchhandel seine Geschäfte gemacht hat. Also, dies kurz zum Background der Familie. Eigentlich hieß Gutenberg nicht Gutenberg. Sondern ursprünglich hieß er Johann Gensfleisch. Und erst im Laufe der Zeit hat sich der Name geändert. Gutenberg ist also in einer wohlhabenden Familie groß geworden und hat dann das Handwerk des Goldschmieds erlernt. Da wurde er auch ziemlich gut drin mit der Zeit.

 

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Der Traum nach einer Druckerpresse

 

Doch Gutenberg liebte auch das Lesen. Er hatte außerdem ein Faible für Technologie und so hat er angefangen, an einer Druckerpresse zu arbeiten. Er hat sich dabei die Weinpresse als Vorbild genommen, also das Gerät, das Weintrauben für die Weinproduktion auspresst. Da hat er bewegliche Buchstaben befestigt, worüber er dann Tinte geben konnte und so Seite für Seite drucken. Jedenfalls: Dies war seine Vorstellung, seinde Idee und sein Traum. Ja, und Gutenberg war völlig überzeugt von seiner Idee. Er fand’s richtig super.

 

Dafür brauchte er natürlich Geld, und wie das so ist, die Banker wollten ihm keins geben. Sie hatten Zweifel, klar. Denn wenn man in die damalige Gesellschaft schaut, konnten vielleicht 3% oder 4% Prozent der Menschen überhaupt lesen. Also, wenn man das aus Investorensicht sieht, gab es keine Zielgruppe. Bei einem Investorenpitch fragen die Investoren, „wie groß ist die Zielgruppe“? „3 oder 4 %“, müsste Gutenberg sagen. Nun ja, die Antwort der Investoren könnte ungefähr lauten: „Es gibt keinen Markt dafür. Wie soll das ganze am Ende Gewinn einbringen? Herr Gutenberg, wie schaffen Sie es am Ende, den Kredit zurückzubezahlen?“

 

Gutenberg Buchdruck

Keine Investorengelder

 

Also, Gutenberg hatte echt Schwierigkeiten, Geld für seine große Idee zu erhalten. Und im Grunde war das ziemlich ähnlich zu vielen Startups heute. Es gibt grandiose Ideen, echt unglaublich. Doch die Hürde ist immer, an Investorengelder zu kommen. Dass wirklich spannende ist, dass Gutenberg im Grunde eine Persönlichkeit war, die überzeugen konnte. Er konnte Menschen für Projekte begeistern, und er hatte es eigentlich drauf, andere zu überzeugen. Der Schriftsteller Klaus-Rüdiger Mai hat eine Biografie über Gutenberg geschrieben: Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte*. Er sagt, dass Gutenberg ein Mensch war, der Geselligkeit liebte. Er hatte einen gewissen Charme. Aber an Investorengelder für seine Druckerpresse zukommen war echt nicht einfach.

 

Was man noch über Gutenbergs Persönlichkeit sagen kann, dass er auch richtig gut mit Zahlen umgehen konnte. Er war super begabt, Kalkulationen anzustellen und Finanzen zu berechnen. Das zeigt, wie vielfältig er eigentlich war. Er war auf der einen Seite ein großer Visionär, der einen riesen Traum hatte. Er war technisch und handwerklich begabt, man könnte ihn als einen Ingenieur bezeichnen. Und er konnte mit Zahlen umgehen. Also war er auch gut im Controlling. Er hat so viele Skills in sich vereint, dass er ein richtig guter Unternehmer war. So vergleicht ihn Klaus-Rüdiger Mai eben mit Steve Jobs.

 

 

Erfolg und Niedergang von Gutenbergs Buchdruck

 

Naja, am Ende hat er’s doch irgendwie geschafft, an Investorengelder zu kommen. Ein gewisser Kaufmann, der Herr Fust, hat ihm 800 Gulden für die Druckerpresse geliehen. Und im Gegenzug hat er ein Pfand verlangt. Naja, wenigstens hatte Gutenberg jetzt das nötige Geld und er konnte loslegen. Um das Jahr 1450 rum, vielleicht auch etwas später, hat er dann die berühmte Gutenberg-Bibel gedruckt, was ja als das große Beispiel für seine Erfindung dient. Aber leider kam es dann zu einem Streit zwischen Gutenberg und diesem Fust, seinem Investor. Kann sein, dass der Fust ungeduldig wurde und endlich einen Gewinn sehen wollte. Oder er hatte Zweifel, dass Gutenberg das Geld richtig verwendet. Jedenfalls hat er ihn angeklagt. Echt krass, er ist vor Gericht gegangen und hat Gutenberg verklagt. Und wie es so ist: Natürlich hat der Fust gewonnen. So musste Gutenberg alles an ihn übergeben. Alle Werkzeuge, seine Druckerei und die Hälfte der ausgedruckten Bibeln gingen an diesen Fust.

 

Und Gutenberg war nach diesem Prozess erledigt. Er hat es nicht mehr geschafft, an seinen ursprünglichen Erfolg wieder ranzukommen. Er hat nur noch kleinere, sehr einfache Druckaufträge übernommen. Ja, irgendwann später musste er sogar mit vielen anderen Menschen aus Mainz fliehen. Irgendwie kam er nicht mehr zu seinem früheren Erfolg zurück. Er ist quasi in die 2. Liga der Drucker abgestiegen. 1468 ist Gutenberg dann gestorben, ohne wirklich viel profitiert zu haben von seiner Lebensleistung.

 

Diamanten InspirationenWas hat der Buchdruck verändert? Grundstein der modernen Gesellschaft

 

Aber sein großes Lebenswerk hat gewaltige Veränderungen auf der Welt gebracht. Bücher konnten nun viel günstiger gedruckt und Informationen so viel weiter und schneller verbreitet werden. Ja, man kann es echt mit dem Internet vergleichen. Über’s Internet kann man auch kostenlos und schnell Informationen in der ganzen Welt verbreiten.. Der Buchdruck war der Grundstein für die spätere Reformation. In dieser Zeit sind dann auch viele Universitäten entstanden, die Forschung konnte vorangetrieben werden, und ganz allgemein, die Gesellschaft konnte sich so viel einfacher weiterbilden. Eine mega großes Lebenswerk vom Johann Gutenberg. Schöner Reim, nech 🙂 .

 

Wie findet ihr dieses schriftliche Porträt vom Erfinder des Buchdrucks? Hat es euch inspiriert, mehr über das Leben und Wirken von Johann Gutenberg zu erfahren? Schreibt dazu in die Kommentare.

 

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Johann Gutenberg – Keiner kann lesen, ich drucke Bücher
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Johann Gutenberg – Keiner kann lesen, ich drucke Bücher
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Den Erfinder des Buchdrucks könnte man als "Steve Jobs der Renaissance" bezeichnen. Trotz Hindernissen hat er seine Vision verfolgt. Dabei sollen zu seiner Zeit nur 3-4% der Menschen lesen können.
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