Wert des Geldes – Was bedeutet Geld für dich?

Wert des Geldes – Was bedeutet Geld für dich?

Was ist der Wert des Geldes für dich? Wozu brauchst du überhaupt Geld? Ist dieses bloße Papier nicht total sinnlos? Lese unbedingt weiter!

Eine Tasse Kaffee mit dem Professor

An einem Sommernachmittag beschloss eine Gruppe von Hochschulabsolventen, ihren Lieblingsprofessor bei ihm zu Hause zu besuchen. Die Absolventen waren seit etwa einem Jahr nicht mehr im Studium, und jeder von ihnen machte seinen Sprung in die – ich zitiere – „reale Welt“ und beschäftigte sich mit all den Problemen und der Frustration, die damit einhergehen.

Im Laufe des Nachmittags beschwerten sich die Absolventen bei ihrem Professor darüber, wie schwierig das Leben nach dem Studium sei. Sie beklagten sich über die langen Arbeitszeiten, die anspruchsvollen Chefs, den umkämpften Arbeitsmarkt und darüber, dass alle nur über Geld, Geld, Geld reden oder sich um Geld sorgen.

Nach einer Weile stand der Professor auf und machte Kaffee. Er holte sechs Tassen heraus, eine für jeden Studenten. Drei davon waren billige Einwegbecher, und die anderen drei waren aus dem schönsten Porzellan, das er besaß. Dann forderte er alle auf, aufzustehen und sich selbst zu bedienen.

Innerhalb von Sekunden hatten die Diskussionen schon begonnen. „Warte, warum bekommst du diese Tasse?“ „Nein, lass mich die haben, ich habe euch hergefahren.“ „Auf keinen Fall, ich war zuerst hier, besorg dir eine eigene.“ Die Studenten lachten und riefen sich gegenseitig freundlich zu, wer von welcher Tasse trinken durfte. Ein stiller Wettbewerb unter Freunden.

Als die Studenten sich schließlich wieder hinsetzten, lächelte der Professor und sagte: “ Seht ihr? Das ist euer Problem. Ihr streitet euch alle darum, wer aus den schönen Tassen trinken darf, obwohl ihr eigentlich nur den Kaffee haben wolltet.“

 

Der Wert des Geldes

Geld ist ein heikles Thema. Das liegt daran, dass die meisten von uns bis zu einem gewissen Grad viel von ihrem Selbstwert und ihrer Identität verknüpfen mit ihrer Arbeit und damit, wie viel Geld sie verdienen.

Es ist, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Marktbewertung unserer Fähigkeiten und Kompetenzen als Person, und deshalb werden wir alle ein wenig empfindlich und rutschen unbequem auf unseren Stühlen herum, wenn es um Geld geht.

Aber Geld ist nur ein willkürlicher Speicher von Werten. Es ist nicht der Wert selbst.

Es gibt viele andere Werte im Leben. Zeit ist eine Form des Wertes. Wissen ist eine Form von Wert. Glück und andere positive Emotionen sind eine Form von Wert. Geld ist oft nur das Mittel, um diese verschiedenen Formen des Wertes miteinander zu vertauschen.

Geld ist nicht die Voraussetzung für Reichtum im Leben. Es ist die Folge. Wenn Menschen annehmen, dass Geld die Ursache ihrer Probleme ist, irren sie sich in Wirklichkeit. Geld ist oft die deutlichste Folge ihrer Probleme.

Geld ist fließend. Sein Wert wird erst dann erkannt, wenn es in Bewegung gesetzt wird. Deshalb ist Geld ein Spiegelbild der Werte und Absichten des Eigentümers.

 

Materialismus

Die meisten Menschen verwechseln Reichsein mit dem Besitz von viel Zeug oder dem Erreichen einer Art von Ruhm oder Status. Ich könnte meine Kreditkarte ausreizen, wenn ich das ganze Wochenende in New York shoppen gehe, aber das macht mich nicht reich. Im Gegenteil, es würde mich irgendwie zu einem unklugen Menschen machen.

Es gibt das alte Sprichwort aus dem Fight Club: „Die Dinge, die man besitzt, führen letztendlich dazu, dass sie dich besitzen“. Der Materialismus ist im Großen und Ganzen eine psychologische Falle. Egal, wie viel man besitzt, wie viel man kauft, wie viel man verdient, die Sucht nach immer mehr wird niemals aufhören. Währenddessen arbeitet man länger, geht größere Risiken ein und verzichtet auf immer mehr Bereiche seines Lebens. Der Wert des Geldes bemisst sich nicht in materiellen Dingen.

 

Geld = Mittel zum Austausch von Erfahrungen

Geld ist von Natur aus neutral. Es ist lediglich ein Mittel für den Austausch von Erfahrungen zwischen zwei Menschen. Man verdient sein Geld, indem man Erfahrungen für andere schafft. Dann gibst du dein Geld anderen, um im Gegenzug dafür auch Erfahrungen zu bekommen. Der Wert des Geldes scheint sich also mehr in den Erfahrungen und Erlebnissen zu bemessen.

Selbst wenn du irgendein materielles Gut wie einen Sportwagen oder eine Rolex kaufst, kaufst du nicht nur die physischen Güter, sondern auch das Erlebnis, dieses Auto zu fahren oder diese Uhr zu tragen. Man kauft die Erfahrung von Macht, Geschwindigkeit oder sozialem Status, die damit verbunden ist.

Wahrscheinlich ist der größte Teil des Werts einer Anschaffung nicht in Geld zu bewerten.

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Wenn du Lebensmittel kaufst, kaufst du gewissermaßen die Erfahrung, den Hunger zu stillen.

Wenn du eine Reise mit deiner Familie buchst, erkaufst du dir die Möglichkeit, gemeinsam etwas Neues zu erleben und deine Beziehungen untereinander zu stärken. Wenn du einen neuen Anzug für die Arbeit kaufst, kaufst du nicht nur den Stoff oder die Marke, sondern auch die gesellschaftlichen Botschaften, dass du in dich selbst investierst, dass du dich selbst ernst nimmst und dass andere sich auf dich verlassen können.

Es geht nicht um den Stoff. Der Stoff ist lediglich dazu da, dich in irgendeine Form von Erfahrung zu bringen. Alles, wofür du Geld ausgibst, ist einfach Erfahrung.

 

Erfahrungs-Zyklen des Geldes

Weil Geld ein Erfahrungsaustausch ist, führt Geld oft zu Erfahrungszyklen: Wir investieren in eine („negative“) Erfahrung, um Geld zu verdienen, das dann wiederum die entgegengesetzte („positive“) Erfahrung kauft.

Wenn das Geld ausgeht, sind wir gezwungen, zu der negativen Erfahrung zurückzukehren, und der Zyklus beginnt erneut.

Büchlein von mir:
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Stresszyklen

Manche Menschen verdienen Geld durch viel Stress. Sie arbeiten in einem Job mit hohem Druck oder in einer Rolle, in der sie ständig in irgendeiner Weise kritisiert oder bedroht werden. Sie geben ihr Geld dann hauptsächlich für den Stressabbau aus, um die Härte ihres Jobs auszugleichen.

Diese Menschen geraten in einen ständigen Kreislauf von Stresserzeugung und -abbau, ohne dass sie tatsächlich viel Wohlstand aufbauen können.

 

Ego-Zyklen

Manche Menschen arbeiten in Umgebungen, in denen sie sich machtlos, unbedeutend oder nutzlos fühlen. Diese Menschen beseitigen ihre Unsicherheit, indem sie ihr Geld für oberflächliche Statussymbole ausgeben.

Sie verdienen ihr Geld durch persönliche Verunsicherung und geben ihr Geld dann dafür aus, ihre Minderwertigkeit zu unterdrücken, so dass sie nie wirklich Vermögen aufbauen können.

 

Schmerzzyklen

Andere Menschen verletzen sich in der Tat sogar selbst, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Es kann physisch sein (professioneller Ringkämpfer, Boxer).

Oder es können emotionale/psychologische Schmerzen sein (Prostitution, erniedrigende Arbeit, beleidigende Chefs oder Kollegen). Diese Menschen geben dann ihr Geld zur Linderung ihrer Schmerzen aus – Alkohol, Drogen und andere Ablenkungen.

 

Der positive Zyklus

Richtiger Reichtum entsteht, wenn die Art und Weise, wie wir unser Geld ausgeben, nicht nur die Art und Weise kompensiert, wie wir es verdienen.

Reichtum entsteht, wenn die Art und Weise, wie wir Geld verdienen und wie wir es ausgeben, aufeinander abgestimmt sind – wenn wir unser Geld durch eine positive Erfahrung verdienen und für andere positive Erfahrungen ausgeben.

 

Geld der einzige Lebenszweck?

Menschen, die mit ihrem Geld in diese eben genannten negativen Erfahrungszyklen fallen, werden bald zu Sklaven des Geldverdienens. Sie beginnen, Geld als den einzigen Zweck ihres Lebens zu sehen. Es wird zur einzigen Motivation, die sie antreibt.

Wenn dies einmal geschehen ist, gehört dir dein Geld nicht mehr; dein Geld besitzt dich. Es ist nicht die Währung, sondern du bist es. Und das Geld wird dich so lange ausgeben, wie es kann, bis du entweder damit aufhörst oder du stirbst.

Der Weg, diese Zyklen zu verkürzen, der Weg, der endlosen Jagd nach einem weiteren Euro zu entkommen, und der Weg, echten Reichtum zu schaffen, besteht darin, dass man aufhört, Geld als Maßstab für den Erfolg zu benutzen. Kann das der Wert des Geldes oder wahrer Erfolg sein?

 

Definition von Erfolg

So wie es viele Definitionen für Wert gibt, so gibt es auch viele Definitionen für Erfolg. Geld ist oft ein Mittel zum Erfolg, aber es ist selten der Erfolg selbst. Ich würde behaupten, dass die einzige Situation, in der Geld selbst eine Form von Erfolg ist, darin besteht, dass man ernsthaft bettelarm ist.

Der wahre Wert des Geldes zeigt sich, wenn wir es als Mittel zum Erfolg einsetzen, anstatt es selbst zum Erfolg zu machen.
Wenn wir es in die Erfahrungen und Werte investieren, die wir für wichtiger halten.
Wenn wir es zum Aufbau eines innovativen Unternehmens verwenden, wenn es unsere Kreativität anregt.
Oder unserer Gesellschaft zugute kommt, wenn es unsere Familie unterstützt oder die Liebe zu unseren Freunden ausdrückt oder zu unserer persönlichen Gesundheit und Zufriedenheit beiträgt.

Der wirkliche Wert des Geldes beginnt, wenn wir darüber hinausblicken und uns selbst als etwas Wichtigeres und Wertvolleres betrachten, als das Geld ist. Wo es nicht um die Anhäufung von Dingen geht, sondern um das Sammeln von Erfahrungen und schönen Lebensmomenten.

Wenn es nicht um die Tasse geht, sondern um den Kaffee, der darin enthalten ist.

Dieser Artikel über den Wert des Geldes ist ursprünglich auf Englisch erschienen: THE REAL VALUE OF MONEY (von Mark Manson). Er wurde von mir mit freundlicher Genehmigung übersetzt und überarbeitet.

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